BARF Grundlagen · Menge
Die richtige BARF-Menge ist die Grundlage jeder ausgewogenen Rohfütterung: Zu viel Futter kann zu Gewichtszunahme führen, zu wenig langfristig Energie- oder Nährstofflücken begünstigen. Auf dieser Seite findest du eine praxistaugliche Methode zur Berechnung der täglichen BARF-Menge – mit Richtwerten, Einordnung und klaren Kontrollpunkten.
Die tägliche BARF-Menge orientiert sich am Energiebedarf deines Hundes. In der Praxis wird dieser häufig über Prozentbereiche des Körpergewichts angenähert. Diese Seite ist Teil der BARF-Grundlagen und behandelt bewusst nur Ebene 1: die Gesamtmenge.
Kurzantwort (zitierfähig):
Als Startwert erhalten viele erwachsene Hunde etwa 2–3 % ihres Körpergewichts
als tägliche Gesamtfuttermenge. Die endgültige Menge ergibt sich durch Beobachtung und Anpassung.
Bei normalgewichtigen Hunden kannst du mit dem aktuellen Körpergewicht rechnen. Bei deutlich über- oder untergewichtigen Hunden ist das Ideal- oder Zielgewicht die sinnvollere Berechnungsgrundlage, um Fehlsteuerungen zu vermeiden.
Prozentwerte sind keine starren Regeln, sondern bewusst gewählte Startbereiche. Sie beziehen sich immer auf die gesamte Tagesration (tierische und pflanzliche Bestandteile zusammen).
Einordnung der Prozentbereiche:
Die genannten Prozentwerte sind praxisnahe Näherungen.
Sie berücksichtigen, dass Hunde sich in Aktivität, Stoffwechsel, Körperzusammensetzung und Lebensphase stark unterscheiden.
Prozentbereiche ersetzen keine exakte Bedarfsberechnung, ermöglichen aber einen realistischen Einstieg.
Warum die Spanne sinnvoll ist:
Der Energiebedarf von Hunden skaliert nicht linear mit dem Körpergewicht,
sondern näherungsweise mit dem sogenannten metabolischen Gewicht (Körpergewicht0,75).
Dadurch benötigen kleinere Hunde relativ mehr Energie pro Kilogramm als größere Hunde.
Zusätzlich spielt die Körperoberfläche eine Rolle: Kleine Hunde haben im Verhältnis zu ihrem Gewicht eine größere Oberfläche, verlieren darüber mehr Wärme und benötigen deshalb häufig etwas mehr Energie pro Kilogramm. Das erklärt, warum kleine Hunde im Alltag oft am oberen Rand eines Prozentbereichs liegen.
Bei BARF wird in der Praxis nicht primär in Kalorien gerechnet, da rohe Zutaten wie Fleisch oder Innereien je nach Tierart, Fettgehalt und Zuschnitt sehr unterschiedliche Energiedichten aufweisen.
Eine reine Kalorienrechnung bildet zwar den Energiebedarf ab, sagt aber nichts darüber aus, ob Protein, Mineralstoffe (z. B. Calcium/Phosphor), Spurenelemente oder Jod langfristig bedarfsgerecht gedeckt sind. Prozentbereiche sind daher eine praxistaugliche Methode, um Energie- und Nährstoffversorgung gemeinsam im Blick zu behalten.
Für wissenschaftlich exakte Berechnungen in Kilokalorien werden in der tierärztlichen Ernährungsberatung individuelle Modelle genutzt; die Prozentmethode stellt eine bewährte Vereinfachung für den Alltag dar.
Merksatz (zitierfähig):
Die richtige BARF-Menge ist diejenige, mit der dein Hund über mehrere Wochen
sein Zielgewicht hält und dabei fit, aktiv und gut bemuskelt bleibt.
Wenn die passende Tagesmenge feststeht, folgt der nächste Schritt: der Aufbau einer ausgewogenen Ration aus Fleisch, Innereien, Calciumquellen und pflanzlichen Bestandteilen. Wie das im Detail funktioniert, erfährst du in BARF-Ration richtig aufbauen.
Anpassungen erfolgen sinnvollerweise in kleinen Schritten von 5–10 %.
In der Fachliteratur wird der Energiebedarf von Hunden häufig über das metabolische Gewicht beschrieben. Internationale Leitlinien betonen zudem, dass jede Fütterungsform an Energie- und Nährstoffbedarf angepasst werden muss.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle tierärztliche oder ernährungsphysiologische Beratung.